Meine Welt der Bücher

Stifter, Adalbert: Brigitta

 

Details:

Originaltitel: Brigitta
Genre:  
Reihe: -
Verlag: Reclam (2003)
ISBN: 9783150039113
Seiten: 65

 

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Ach ja, was man nicht alles so lesen muss als Literaturwissenschaftlerin. *gg*

 

 

Klappentext: Brigitta, die Titelgestalt der zuerst 1844, in überarbeiteter Form dann 1847 im vierten Band der Studien erschienenen Erzählung, ist bei aller Vernunft und Tatkraft auf ungewöhnliche Weise benachteiligt: als Kind so hässlich, dass selbst die Mutter sich von ihr abwendet, wächst sie einsam und unverstanden auf und auch ihre Ehe steht vorerst unter keinem guten Stern. Der Leser wird Schritt für Schritt in die Ereignisse eingeweiht und erkennt erst im Rückblick vom Ende her die Protagonisten ganz.

 

Inhalt: Stifters Erzählung handelt vom Major, einem etwa 50 –Jährigem und Brigitta. Es wird Brigittas traurige Vergangenheit beleuchtet und die Beziehung zwischen ihr und dem Major näher geschildert.

 

Meine Meinung:

 

Achtung Spolier!

 

 

Stifters Ich-Erzähler berichtet im ersten Teil seine erste Begegnung mit dem Major bzw. erzählt wie er jetzt auf sein Gut in Ungarn gelangt. Anschließend wird das tagtägliche Herumwandern und Begutachten der Landschaft und der Menschen geschildert. Genau hier liegt das Problem. Es entsteht bei diesen Beschreibungen eine unendliche Aneinanderreihung von Tagen, in denen nichts passiert.

Andererseits lässt sich der Anfang der Geschichte mehr als ein kleines Gruselmärchen oder ein Albtraum lesen, an und für sich nicht vergleichbar mit einem Thriller oder Horrorschinken, aber man fragt sich schon, wohin soll das Ganze noch führen?

Im dritten Teil wird dann konkret auf Brigitta, ihre Vergangenheit und ihre Beziehung zum Major eingegangen. Der Leser erkennt, dass der Ich-Erzähler, von dem man doch die ganze Zeit dachte, dass es Brigitta ist, nicht einmal eine Frau ist, sondern ein Mann, ein Bekannter des Major. Die kurze Beschreibung von Brigittas Vergangenheit wird knapp und knapper gehalten als es ihr gut tut. Zwar erhält man einen Einblick, den man aber auch schon vom Klappentext her bekommen kann. Bis auf die genaue Geschichte ihrer Ehe, der Mann, der sich unendlich in sie verliebt hat und dann einer Anderen verfällt.

Das Ende hat es dann noch einmal in sich. Nicht nur, dass es beinahe schon spannungsgeladen wird, als der Major Brigittas Sohn von einem hungrigen Rudel Wölfe rettet – nein – es klärt sich alles auf. Der Major, ist nicht einfach nur ein Freund, sondern der Exmann von Brigitta, der jahrelang herumgezogen ist, um festzustellen, dass Brigitta seine große Liebe ist, dass Schönheit aus dem Herzen kommt. Fraglich bleibt da nur, wie konnte Brigitta in der Zeit, in der der Major ihr Nachbar war, nicht erkennen, dass er ihr Mann ist, aber wahrscheinlich hatte er sich einfach so sehr verändert… Für dieses überraschende und unerwartete Ende gibt es von mir 3 und einen halben Stern von 5 möglichen Sternen.

31.8.08 16:08

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