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Hauptmann, Gerhart: Bahnwärter Thiel

Details:

Originaltitel: Bahnwärter Thiel
Genre: -
Reihe: -
Gattung: Erzählung
Verlag: Reclam (2006)
ISBN: 9783150066171
Seiten: 43

 

 

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Lektüreliste, was sonst auch ^^

 

Klappentext: In knapp ausgeführten Bildern und straffer Erzählführung entwirft Hauptmann im Bahnwärter Thiel (erschienen 1888) die psychopathologische Studie eines von Triebkräften und unklaren Bewusstseinszuständen bestimmten Menschen. Darstellungskunst und sprachliche Intensität verleihen dem Text den Rang von Weltliteratur.


Inhalt und Aufbau:

Die Erzählung ist in drei Kapitel unterteilt. Ein auktorialer Erzähler berichtet von Thiels Leben und seinen inneren Zerwürfnissen.

 

Meine Meinung:

Achtung mit Spoiler!

 

Thiel ist ein perfektes Beispielt für einen Melancholiker, der in seine Raserei hineingedrängt wurde.

Nach dem Tod seiner Frau im Kindbett, heiratet er Lenen, eine dominante, widerspenstige Frau. Nach der Geburt seines zweiten Sohnes wächst Lenens Hass auf ihren Stiefsohn Tobias, den sie mit roher Gewalt prügelt.

Thiel aber verschließt davor die Augen. Gefangen zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen seiner toten, aber sanftmütigen Frau Minna und seiner lebenden, aber herrschsüchtigen Frau Lenen. Thiel fühlt sich hilflos gegenüber seiner Frau, die eine unsichtbare, ihn unterdrückende Macht ausübt.

Als Tobias von einem Zug überfahren wird verliert Thiel endgültig den Unterscheidungssinn für Realität und Traum. Im Glauben, dass Minna sich ihren Sohn holen will, weil er misshandelt wurde, verfällt Thiel in eine Raserei. Er erschlägt seine Frau und schneidet ihrem Baby den Hals durch. Nur Tobias Mützchen lässt in ihm Sorgfalt und Zärtlichkeit aufkommen.

Eine schöne Lektüre mit Augenmerk auf die Literaturwissenschaft. Daher 3 ½ von 5 möglichen Sternen.

23.9.08 13:38

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